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191. Münchner Oktoberfest
19. September - 4. Oktober 2026
Update:

Alexander Egger geht in seinem Streit mit der Stadt in Runde 2Vergabestreit geht weiter und riskiert Wiesn-Beben

Wiesn 2026 ohne Schottenhamel und Paulaner? Ohne Anstich gar? Alexander Egger scheint das nicht zu stören. Ihm ist seine eigene Weiterentwicklung als Wiesn-Wirt offenbar wichtiger als Tradition und Wirkung auf das Umfeld. Kurz vor Ablauf der Einspruchsfrist hat er über seine Anwälte Beschwerde beim Bayerischen Obersten Landesgericht eingereicht. Folge: Verträge mit Paulaner und Schottenhamel bleiben offen.

Foto:  (Foto: Nina Eichinger)
Aufbau 2025: Paulaner-Festzelt und Schottenhamel-Festhalle (Foto: Nina Eichinger)

: Ja, die Vergabe der kleinen und großen Zelte sind ein ständige Diskussionspunkte. Seit Jahren gibt es immer wieder Kritik an mangelnder Transparenz der Entscheidungskriterien. Die Bewerber reichen jedes Jahr erneut Pläne ein und diese werden von einem Ausschuß mit Punkten bewertet. Die Punktesieger erhalten dann die Zuschläge und lukrative Veträge für das Oktoberfest des jeweiligen Jahres.

Alexander Egger, seit 2022 Wirt der "Münchner Stubn" auf dem Oktoberfest, hat die letzten Jahre immer wieder Innovationen auf die Wiesn gebracht - zuletzt den kompletten Verzicht auf Barzahlung im Zelt. Doch er zeigt auch immer wieder, dass es ihn zu einem großen Wiesn-Zelt zieht. Dieses Jahr ging es wieder schief und das gleich doppelt: Sowohl im Paulaner-Festzelt als auch im Schottenhamel sind andere Wirte bestätigt worden. Paulaner kann im Brauerei-Zelt den Wirt selbst festlegen, der von der Stadt allerdings bestätigt werden muss. Im Schottenhamel ist die Familie Schottenhamel schon immer als Wirtefamilie tätig. Ein Wechsel wäre ein extremer Bruch einer Tradition und das in dem Zelt, in dem 1950 der Anstich "erfunden" wurde. Und auch auf der Oidn Wiesn ist Egger mit der Bewerbung um die Schützenlisl gescheitert.

Gegen die Vergabe bei Paulaner und Schottenhamel hatte Alexander Egger bei der Vergabekammer Südbayern eine Beschwerde eingereicht, mit der Meinung, dass die Vergabe für das Oktoberfest europaweit ausgeschrieben werden müsse. Die Vergabekammer Südbayern sah dies nicht so und hatte am 21. Mai beschlossen, dass es keine Erfordernis hierfür gebe. Dass Egger sich damit nicht zufrieden geben wird, war absehbar und das Bayerische Oberste Landesgericht gab nun per Pressemitteilung bekannt, dass Eggers Firma WE Gutshof GmbH am 3. Juni Beschwerde gegen den Beschluss der Vergabekammer Südbayern vom 21. Mai eingereicht habe, also exakt an dem Tag, an dem die Beschwerdefrist enden sollte. Während dieser Beschwerdefrist durften die Verträge für das Paulaner-Festzelt und für Schottenhamel nicht unterschrieben werden. Die Einreichung der Beschwerde ging zusammen mit dem Antrag ein, diese Vergabesperre zu verlängern. Darüber muss nun der zuständige Senat binnen zwei Wochen entscheiden. Bis zur Entscheidung bleibt die Vergabesperre allerdings auf jeden Fall bestehen.

Wiesn 2026 ohne Paulanerund Schottenhamel?
Wiesn 2026 ohne Paulaner
und Schottenhamel?

Wie diese Entscheidung ausfallen wird, bleibt abzuwarten, aber die Hängepartie hat für beide Zelte massive Auswirkungen: Der Aufbau der Zelte auf der Wiesn beginnt traditionell jeweils Ende Juni, also in etwa drei Wochen und noch können beide Zelte keinerlei Verträge mit Aufbaufirmen, Transporteuren etc. schließen. Und selbst wenn das Bayerische Oberste Landesgericht gegen Egger entscheiden sollte, bleibt es eine Hängepartie, da er bereits angekündigt hat, bis vor europäische Gerichte zu ziehen. Die Stadt hätte bei einer Entscheidung für Egger aber ebenfalls die Möglichkeit, weitere rechtliche Schritte zu ergreifen.

Egger ist überzeugt, dass bei euroapweiter Ausschreibung am Ende günstigere Preise für Besucher der Wiesn herauskommen würden. Wie das ohne Verlust des Charakters und der Tradition der Wiesn funktionieren soll, bleibt sehr fraglich.

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