- Anzeigen -

191. Münchner Oktoberfest
19. September - 4. Oktober 2026
Update:

Das Wetter hat der Wiesn 2026 gut getanNeuer Besucherrekord auf der "Gute Laune" Wiesn

Am letzten Wiesn-Tag mittags vermeldet die Festleitung immer die geschätzten Besucherzahlen für die Wiesn, den Bierkonsum und die Rückmeldungen von Schaustellern, Wirten und Straßenverkäufern. Dieses Jahr ist das Fazit bei allen durchweg positiv.

Foto:  (Foto: Martin-Roger Jones)
Podium bei der Schluss-Pressekonferenz zur Wiesn 2026 (Foto: Martin-Roger Jones)

: 7,4 Millionen Gäste hat die Festleitung für die Wiesn 2026 ermittelt und, da der letzte Tag ja noch in vollem Gange ist, teilweise geschätzt. Das sind 200.000 mehr als bei der Wiesn 2023. Dass die Wiesn 2023 dank des Feiertags am Dienstag nach dem 3. Wiesnwochenende auch noch eine lange Wiesn mit 18 Tagen war, macht den Wert noch erstaunlicher. Auffällig ist, dass die Besucherinnen und Besucher sich deutlich stärker auf die Tage verteilt haben. Auch die Oide Wiesn hat mit 447.000 Besucherinnen und Besuchern gegenüber dem Vorjahr (360.000 Besucher) wieder deutlich zugelegt. Das neue Eintritts-System scheint zu wirken und beschleunigt den Einlass.

How to Wiesn - Wegweiser für einen entspannten Wiesn-Besuch(Grafik: Referat für Arbeit und Wirtschaft)
How to Wiesn - Wegweiser für einen entspannten Wiesn-Besuch
(Grafik: Referat für Arbeit und Wirtschaft)
Unter der Woche war in früheren Jahren immer relativ wenig los. Nach der Überfüllung im letzten Jahr hat die Festleitung nicht nur ein neues Sicherheitszentrum eingeführt, in dem alle Dienststellen zentral auf einem Wissenstand gehalten werden können. Parallel wurde und wird intensiv daran gearbeitet, den Besuch auf der Wiesn während der Woche schmackhaft zu machen. Das Wiesn-Barometer ist dabei nur ein Element, das die Festleitung bereits vor ein paar Jahren eingeführt und vermehrt kommuniziert hat. Neu ist ein "How to Wiesn" mit einer klaren Empfehlung für die Tage unter der Woche. Erfolg: In der ersten Woche stiegen die Besucherzahlen um 18,5 Prozent, in der zweiten Wiesn-Woche sogar um knapp 29 Prozent. Alles zusammen half, generelle Sperrungen des Zugangs zum Gelände dieses Jahr zu vermeiden. Es wurde immer frühzeitig reagiert und nur die Haupteingänge temporär für etwa 30 Minuten gesperrt. Kombiniert mit Durchsagen auf dem Gelände konnten Stress-Situationen vermieden werden.
Generell ist die Wiesn dieses Jahr eine "Gute Laune" Wiesn. Besucherinnen und Besucher und alle anderen Beteiligten sprechen von einer entpannten, heiteren Wiesn mit wenig Stress, deutlich angenehmerer Kundschaft und weniger Arbeit für die Security in und um die Zelte.

Schiffschaukel auf der Oidn Wiesn nach dem Unfall(Foto: Robert Auerbacher)
Schiffschaukel auf der Oidn Wiesn nach dem Unfall
(Foto: Robert Auerbacher)

Überschattet wurde der Wiesn-Start vor zwei Wochen von einem Unfall beim Fahrgeschäft "Hangover", wo ein Sicherheits-Mitarbeiter in einem, zu dem Zeitpunkt, nicht zugelassenen Bereich war und von der herunterrasenden Gondel erwischt und eingeklemmt wurde. Der Mann verstarb wenige Stunden später in einer Münchner Klinik. Ein weiterer Unfall passierte dann am heutigen Vormittag kurz nach 10 Uhr auf der Oidn Wiesn. Ein 47-jähriger rumänischer Mitarbeiter der Schiffsschaukel auf der Oidn Wiesn wurde am Hinterkopf von einem der Schiffe erwischt. Auch hier war der Mitarbeiter nach aktuellem Stand an einem Ort, wo er sich während des Betreibs des Fahrgeschäfts nicht aufhalten durfte. Dank der Nähe zur Sanitätsstation waren die Hilfskräfte bereits nach etwas über 2 Minuten vor Ort und konnten ihn reanimieren. Im Anschluss wurde er direkt in eine Klinik abtransportiert. Zur Schwere der Verletzungen und Prognosen gab es während der Schluss-Pressekonferenz noch keine weiteren Informationen.

Speis und Trank

Der Bierkonsum nahm dieses Jahr leicht zu: 6,7 Millionen Maß und damit 2,7 Prozent (200.000 Maß) über dem Wert vom Vorjahr. Die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken nahm um 10 Prozent zu, bei Weißbier waren es sogar plus 12,6 Prozent. Ein neuer Hit auf der Wiesn ist "saures Radler", bei dem das Bier statt mit Zitronenlimonade mit Mineralwasser gemischt wird. Wiesn-Chef Christian Scharpf hat es nach anfänglicher Skepsis mittlerweile probiert und für gut empfunden.
Das Wiesn-Hendl ist wieder mehr gefragt. Die Kampagnen der Wirte für die gute Qualität ihrer Hendl scheinen zu wirken. Vegetarische Speisen waren weiterhin gefragt und die Gäste probierten auch andere Gerichte neben den klassischen Kässpatzn. Die Straßenverkäufer zeigten sich durchweg zufrieden mit dem Umsatz.

Wiesn-Hit Fehlanzeige, Schausteller melden Konsumzurückhaltung

Was sich schon zur Halbzeit angedeutet hat, bestätigt sich zum Ende der Wiesn: Es gibt keinen musikalischen Wiesn-Hit. Neu dazugekommen ist dieses Jahr von GroßstadtEngel das Kinderlied "Gute Laune". Daneben waren die Klassiker "Hey Baby", "Take me home, country road" oder "Fürstenfeld" viel zu hören.
Bei den Straßenhändlern zeigt sich ein Wechsel: der Run auf die diversen Spaßhüte inklusive dem singenden Hendl ist vorbei. Gekauft werden mehr und mehr Trachtenhüte und als Erinnerung Pins und Magnete.
Die Schausteller sind mit dem Verlauf zufrieden, obwohl sie klare Konsumzurückhaltung festestellen mussten. An den Wochenenden lief es generell auch hier gut, der zweite Familientag am Dienstag dieser Woche konnte sogar mit einem kräftigen Plus von 57 Prozent mehr Besuchern aufwarten (422.000 Besucherinnen und Besucher).

Der Verband Deutscher Event & Sicherheitsdienstleister (VESD) meldet für die bei ihm organisierten Sicherheitsdienste eine positive Bilanz. Es gab wenig negative Auseinandersetzungen in und um die Zelte und meist ließ sich die Situation schnell und ohne Hinzuziehen weiterer Kräfte wieder entspannen und dokumentieren. Securitys, die mit etwa 1.400 Mitarbeitern auf dem Gelände tätig sind, meldeten am ersten Wiesn-Tag jedoch die Verletzung eines Mitarbeiters, der beim "Run" auf die Wiesn umgestoßen wurde.

Das, auf die Theresienhöhe ausgelagerte, Fundbüro hatte weniger zu tun - rund 500 Fundsachen weniger sind registriert und 850 Fundsachen wurden bereits wieder abgeholt. Unter den diesjährigen Kuriositäten ist nach wie vor ein dicker Bildband über Tibet, der noch nicht abgeholt wurde, eine 1,80 Meter große Figur eines Imbiss-Standes und – vorausschauend mitgenommen, aber verloren – ein Alkoholmessgerät. Zu den wertvollen Fundsachen gehören neben vielen Geldbeuteln ein Akkordeon und ein nagelneues iPhone 18. Auffälig ist die Zunahme bei verlorenen Brillen, die vermutlich auf das gute Wetter zurückzuführen ist. Man kommt tagsüber bei strahlendem Sonnenschein und geht abends wieder ohne die Sonnenbrille heim.
Der Besucherandrang war deutlich rückläufig, was vermutlich auch am Weg zum Fundbüro liegt. Dass es länger dauert, bis man nachfragen kann, hat wohl auch seinen Teil beigetragen. Mancher wird erst im Nachgang über das digitalisierte Fundsachenverzeichnis seine Verluste wieder einzusammeln versuchen.

Lebensmittelüberwachung und Gesundheitsreferat sind mit den Ergebnissen ihrer Prüfungen von Hygiene und Wasserqualität sehr zufrieden und das gilt ebenso für TÜV (Technischer Überwachungsverein), RKU (Referat für Klima- und Umweltschutz) und Planungsreferat, die Zelte und Fahrgeschäfte vor und während des Festes regelmäßig prüfen.
Alles in allem eine gute, freundliche, entspannte und erfolgreiche Wiesn.

-ne
[/p]