: Mit der offiziellen Entscheidung des Münchner Stadtrats ist der Generationswechsel in der Schützenlisl besiegelt. Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel erhalten den Zuschlag für das traditionsreiche Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn und übernehmen den Betrieb ab dem Oktoberfest 2026. Gegen die Vergabe geht das unterlegene Wirtepaar Alexander Egger und Kathrin Wickenhäuser-Egger derzeit jedoch juristisch vor und hat einen Eilantrag eingereicht.
Der Platz war frei geworden, nachdem dem Wirtepaar Christine und Lorenz Stiftl die Leitung des Paulaner-Festzelts auf dem Oktoberfest übertragen wurde. Damit endet zwar eine Ära in der Schützenlisl, das bewährte Konzept soll jedoch bewusst erhalten bleiben.

(Foto: Frederic Eichinger)
Die neuen Betreiber setzen nach eigenen Angaben auf Kontinuität und möchten den Charakter des Zelts bewahren. Die Schützenlisl soll weiterhin als klassisches Volkssängerzelt bestehen bleiben – mit bayerischer Musik, traditioneller Wirtshauskultur und der besonderen Atmosphäre der Oidn Wiesn.
Auch das kulturelle Konzept bleibt erhalten: Traudi Siferlinger wird weiterhin die musikalische Leitung übernehmen und damit das bisherige Volkssängerzelt-Programm fortführen. Mit dem Wirtewechsel geht auch ein Wechsel des Bieres einher. Das Monopol von Augustiner auf der Oidn Wiesn ist gefallen. In der Schützenlisl wird 2026 das Oktoberfestbier von Hacker-Pschorr ausgeschenkt.
Michael Bietsch ist seit Jahren fester Bestandteil der Oidn Wiesn. Direkt neben der Schützenlisl betreibt der 57-Jährige eine historische Holz-Kegelbahn mit angeschlossener Weißbier-Schwemme und Bar. Gemeinsam mit Florian Fendt und Manfred Kneifel war er bereits seit längerem als Interessent für die Übernahme des Zelts gehandelt worden.
Das neue Wirte-Trio kündigt an, die Schützenlisl mit Respekt vor der Geschichte des Zeltes weiterzuentwickeln Geplant sind behutsame Neuerungen bei Gastlichkeit, Qualität und Programm, ohne den traditionellen Charakter des Zelts zu verändern. Ziel sei es, sowohl langjährige Stammgäste als auch neue Besucher anzusprechen und die Schützenlisl als festen Bestandteil der Münchner Wiesn-Kultur zu erhalten.
Die Schützenlisl zählt zu den bekanntesten Zelten der Oidn Wiesn und bietet rund 1.400 Sitzplätzen im Innenbereich und weitere 400 Plätzen im Biergarten. Mit der Entscheidung des Stadtrats ist nun klar, wer die traditionsreiche Institution in die nächste Wiesn-Generation führen wird.
-fn